Die Firmageschichte

Gründung vor 100 Jahren

Hector Bressan 1909-2002

Die Entstehung der Firma Bressan ist eigentlich einer Notlage des Gründers zu verdanken, welche sich jedoch im Nachhinein als Glücksfall herausstellte. Emilio Bressan war als Auswanderer von Italien in die Schweiz gekommen. Mehrere Jahre arbeitete er als Maurerpolier beim Baugeschäft Hungerbühler. Als die Firma ihre Geschäftstätigkeit aufgab, sah er sich plötzlich mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Darum gründete er 1916 sein eigenes Kundenmaurergeschäft und legte damit den Grundstein für die heutige BRESSAN BAUT AG. Sein guter Ruf als Maurer sowie seine Kontaktfreudigkeit und Verankerung in der Gemeinde ermöglichten es ihm rasch verschiedene kleinere Arbeiten in der Region zu übernehmen. Diese wurden zur Zufriedenheit der Kunden ausgeführt und die Aufträge mehrten sich. Schon damals waren das Eingehen auf Kundenwünsche und eine sorgfältige Arbeitsausführung Erkennungsmerkmale des neugründeten Betriebs.

Kontinuierlicher Aufbau

Der Geschäftsaufbau erfolgte schrittweise und der Erfolg liess nicht allzu lange auf sich warten. Die gute Geschäftslage ermöglichten es Emilio neue Mitarbeiter einzustellen und kontinuierlich neue Arbeitshilfen, wie beispielsweise Fahrzeuge oder eine Betonmaschine anzuschaffen. Die Hilfsmittel erleichterten zwar gewisse Arbeitsabläufe, der Alltag auf dem Bau war jedoch stets Knochenarbeit. So wurde beispielsweise das Kies von Hand von den Schiffen im Hafen Luxburg in Egnach entladen.

Der Betrieb entwickelte sich sehr gut und so konnten bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt werden. Durch die Erkrankung von Emilio Bressan im Jahr 1928 übernahm in der Folge sein Sohn Hector immer mehr Verantwortung in der Firma. Wiederholt führte er das Geschäft monatelang alleine und wuchs in die anspruchsvollen Aufgaben hinein. Wie sein Vater legte Hector Bressan stets grossen Wert auf ein gutes und korrektes Verhältnis mit allen am Bau beteiligten Handwerkern. Gerne plante er auch selbst Bauten und machte kompetente Bauleitungen. Im Jahre 1933 übernahm Hector schliesslich die Firma. Kurz darauf wurde das erste Haus auf eigene Rechnung und eigenes Risiko erstellt. Auch wenn das Projekt praktisch ein Nullsummenspiel war, sollte sich dieses Geschäftsmodell in Zukunft noch bewähren.

Kriegszeit

Werkhof Erdhausen  im Bau 1966

Zuerst standen aber die Krisen- und Kriegsjahre an, welche die Bauunternehmung Bressan zeitweise existenziell bedrohten. Zwischen 1935 und 1937 war kaum mehr Arbeit vorhanden und als danach Besserung in Aussicht stand, wurden bereits die ersten Angestellten in den Aktivdienst berufen. Doch auch diese Zeit konnte dank grossem Engagement und harter Arbeit überstanden werden.Nach dem Krieg ging es mit der Bautätigkeit aufwärts und der Betrieb konnnte sich schnell erholen. Schon 1945 gründete Hector Bressan für die Mitarbeiter eine Personalfürsorgestiftung, welche die Mitarbeiter sowie deren Familien im Alter oder nach einem Unglücksfall finanziell absicherte. Was heute der Normalität entspricht, war damals eine soziale Pionierleistung.

Generationenwechsel

Auf Anraten eines Treuhänders wurde im Jahr 1954 die Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Vier Jahre später verlegte man den Geschäftssitz nach Arbon. 1964 trat Alex Bressan nach abgeschlossenem Abschluss am Technikum Winterthur und einigen Jahren Praxis auf Baustellen in den Betrieb ein. Rasch begann er Verantwortung zu übernehmen und seinen Vater zu entlasten. Es folgten produktive Jahre, welche auch die Einweihung der neuen Werkhalle, das 50-jährige Geschäftsjubiläum, sowie den Umzug ins neue Bürogebäude an der Seestrasse beinhalteten. Der Wirtschaftseinbruch 1973 zwang das Unternehmen die Belegschaft stark zu reduzieren. Die Flaute auf dem Baumarkt erholte sich glücklicherweise überraschend rasch und bald hatte man das gegenteilige Problem: genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Vermehrt mussten Akkordgruppen aushelfen, was jedoch nichts an der Qualität der erbrachten Leistungen änderte. Mit der Zeit war zusätzlich auch der Liegenschaftenhandel ein wichtiger Bestandteil der Firma geworden.

1989 tat es Rolf Bressan seinem Bruder gleich und stieg ebenfalls ins Familienunternehmen ein. Mit einem Abschluss an der ETH als Bauingenieur und mehrjähriger praktischer Erfahrung brachte er sowohl die fachliche Kompetenz, wie auch frische Ideen mit und wurde schnell zu einer grossen Stütze für die Firma.

Firmensplit

Im Jahr 2001 wurde die Nachfolge durch einen Firmensplit gesichert. Alex Bressan führt die Immobilien- und Dienstleistungsfirma, Hector Bressan AG, während Rolf Bressan sich als Inhaber der BRESSAN BAUT AG um den Baubetrieb kümmert.